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meine Artikel

Artikel: Glücklichsein

Artikel: in Erwartung von Wundern

 

 

 

 

 

Trekking - Karawanenreise

 

 

« Gott hat Länder voller Wasser geschaffen damit die Menschen dort leben und die Wüste, damit sie drin ihre Seele entdecken können." Sprichwort der Tuareg

Das Wort "Méharée" kommt vom Wort "Méhari" und heisst: Dromedar. Die Nomaden der Wüste sind freie und autonome Menschen. Sie leben in Zelten und ziehen, je nach ihren Bedürfnissen, weiter. Manchmal bleiben sie einige Monate, manchmal ein oder zwei Jahre am gleichen Platz. Ihre Wüstenreisen sind hart und die Nahrung können nur Datteln, Milch und Tee sein. Sie müssen auch schon mal bei Nacht weitermarschieren da sie sich an den Sternen orientieren um den Weg zu finden - sie sind exzellente Kenner der Sternbilder und des Himmels. Ihr Symbol, welches man auch als Schmuckstück findet, ist das Kreuz des Südens. Die bekanntestens Nomaden sind die Tuaregs - oder der blaue Mann - eine eigenständige und unbekannte Gesellschaft, welche man vor allem im Süden von Algerien, in Mali und in Mauretanien vorfindet.  Es gibt aber auch viele "normale" Nomaden, in der Wüste geboren und aufgewachsen, welche nicht zu den Tuaregs gehören. Diese findet man in und um die Wüste Sahara.

Eine Karawanenreise kann schon in Ouarzazate beginnen, eigentlich eine Militärstadt auf 1000 m Höhe. Wir fahren im Taxi oder Minibus den Anti-Atlas hinunter bis Agdz, inmitten von Felsen verschiedener Farben und Formen. Danach kommen wir in das Drâa-Tal, welches durch den Fluss Drâa geformt wurde. Dieser hat seinen Ursprung im Atlas und fliesst weiter bis nach M'Hamid, da "kehrt" er um und fliesst unter Tage zurück bis ins Meer. Das Grüne des Drâa-Tales kommt vor allem von den vielen Dattelbäumen, aber auch von all den Feldern, die von den Einheimischen, z.T. auch Berber, bewirtschaftet werden.

Nachdem wir einige typische Dörfer durchquert haben, kommen wir in Zagora an, eine grosse Kleinstadt voller Leben und Farben. Wir setzen unsere Reise fort indem wir durch Amzerou und Tamegroute fahren. Vor den bekannten Dünen von Tinfou fahren wir links und weiter auf der Piste bis zur privaten Oasis "Dar Nour Said". Wir bleiben einen Moment zur Akklimatisation, indem wir Einheimischen mit ihrem Charme, ihrem natürlichen Willkommen und ihrer Herzlichkeit kennenlernen und gleichzeitig auch das sehr einfache Leben, das Leben der Berber. Am Boden auf einer kleinen Matratze oder auf der offenen Terrasse schlafen, lernen das Wasser zu schätzen,welches "rationiert" ist, im Garten herum spazieren und sich an Dattelpalmen, Tamarisbäumen, Hennasträuchern, Bambus, Rosen oder Olivenbäumen, je nach Saison Gemüsen und Gewürzen, ergötzen. Den Vögeln zuhören, einem Schrei eines Esels, dem bellen von Hunden. Lokale Gerichte wie das Couscous oder die Tajine (Gemüse-Eintopf) geniessen, oder auch eine währschafte Suppe, das im Holzofen gebackene Brot, die Gewürzfladen, Früchte und der so bekannte grüne und gezuckerte Tee, manchmal mit Pfefferminze. Aber auch Kaffee fehlt nicht....

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 3. Tag kommt der 4x4 von Idir, Besitzer der Dromedare und Chef der Karawanenreise, begleitet von seinen Helfern, welche uns mitnehmen mit unserem kleinen Gepäck. Idir, in der Wüste geboren und aufgewachsen, auch Kamelzüchter, organisiert und begleitet seit Jahrzehnten Karawanenreisen in der Wüste. Wir können ihm absolut vertrauen da er jedermann kennt und für alle möglichen Ereignisse bestens gerüstet ist. Nachdem sein 4x4 geladen ist, brechen wir auf Richtung Sahara, wo wir Rendez-vous haben mit den Dromedaren und den anderen Kamelführern. Sie haben die Wüstenschiffe bereits am Vorabend hingeführt. Angekommen, wird unser Gepäck und alles notwendige für eine Vollpension vom 4x4 auf die 4-Füsser, die Dromedare, umgeladen. Idir, ein sehr intuitiver Mann - wie die meisten Menschen dort - "verteilt" die Dromedare auf die TeilnehmerInnen, dem jeweiligen Charakter entsprechend...... bei 7 Tagen Marsch beginnt das Abenteur direkt von der Oasis weg. Die Dromedare werden während der Nacht zur Oasis geführt.

 

 

Das Dromedar ist ein eigentümliches Geschöpf, einerseits Wüstenschiff, hält es lange aus ohne zu trinken und einmal an einem Brunnen, schlürft es mit viel Geräusch riesige Mengen in sich hinein. Es ist fähig den inneren Zustand eines Menschen zu "erfassen", es ist schon vorgekommen, dass zwei Dromedare einen Mann, innerlich sehr aggressif, zurückgewiesen haben indem sie einfach nicht aufstanden als er darauf sass. Das Dromedar absolviert auch eine Ausbildung: lernen das Gepäck zu tragen und sich auch an Touristen zu gewöhnen. Sie haben auch ihren Charakter und man findet doch Aehnlichkeiten mit den Menschen ....

Nachdem das Dromedar zugewiesen ist, werden die TeilnehmerInnen FührerIn "ihres" Dromedars, allerdings niemals der Karawane, da bleibt doch Idir der Führer, auch weil die Tiere letztendlich nur ihm gehorchen. Entweder sitzt man nun auf oder man nimmt die Kordel des Dromedars und marschiert. Sitzt man oben, so ist es sehr komfortabel durch die Decken und dem eingerichteten "Sitz". Allererste Regel: sich an der Halterung vom Sitz festhalten während der ganzen Zeit.

Und - die Karawane kann starten, zu Fuss oder oben auf dem Dromedar, geführt von sehr erfahrenen Wüstenmännern!
 

 

 

Idir singt laut das Lied einer jeden Karawane die aufbricht: "La ila il Allah..." Nachdem durchqueren des leider seit ewigen Zeiten getrockneten Flussbettes der Drâa, kommen wir in die breite Schlucht mit ihren faszinierenden und ungewöhnlichen Formen. Nachdem wir den Schluchten entlang gegangen sind, kommen wir auf eine immense Weite, teilweise von Hügeln mit bizarren Formen umgeben, welches alles der Fantasie wirklich freien Lauf lässt. Der Boden ist mit Milliarden von allen möglichen kleinen und grösseren Steinen, mit verschiedenen Formen und Farben, übersät. Manchmal findet man auch eine ganz kleine Spiralmuschel oder eine winzige Versteinerung. Während man in dieser Weite, in dieser absoluten Stille, manchmal nur durch das Reden unserer Nomaden oder den Wind unterbrochen, kommt man leicht in einen meditativen Zustand. Indemwir immer im gleichen Rythmus, in einer sehr angenehmen Schnelligkeit, marschieren, fangen wir an uns zu harmonisieren, in unser Inneres einzutreten, in unseren Frieden. Aber es erlaubt uns auch, die Querellen des Mentals zu beobachten.... Es ist dasselben wenn man auf dem Dromedar sitzt. Jemand hat sogar mal eine kleine Siesta, sich fest am Bügel haltend, abgehalten. Die Weite des Himmels und  dieses Universum ohne Ende lassen unseren Gedanken freien Flug. Dies erlaubt plötzlich eine Oeffnung des Geistes, einige tiefe Atemzüge einer noch jungfräulichen Luft. Dieser meditative Marsch hält an für eine Pause oder für das Mittag- oder Abendessen. Am Mittag installiert sich unser "Cuisto" eine Küche und bereitet uns eine einfache aber sehr gute Mahlzeit während Idir den bekannten Tee auf einem kleinen Feuer zubereitet. Wir breiten uns auf dem ausgelegten Teppich, welcher das "Wohnzimmer" darstellt, aus, auch um nach dem Essen eine kleine Siesta zu machen und neuen Elan für die Weiterreise zu schöpfen. Bevor die Sonne untergeht halten die Kamelführer Ausschau nach einem geeigneten Platz für die Nacht, wenn möglich geschützt und in der Nähe von Nahrung für die Dromedare, ansonst gehen sie nachts zu weit weg.

 

 

 

 

 

 

 

Falls es für die Tiere nicht zu kauen gibt, vor allem in den Dünen, wird ihnen ein Bein hochgebunden damit sie nicht schnell vorwärtskommen. Wussten Sie dass die Dromedare nicht schlafen? Sie sind also auch gute Wächter. Abends wir ein Zelt errichtet, einerseits für die Küche und falls es andererseits zu viel Wind hat kann man darin schlafen. Wir haben jede(r) eine kleine Matratze und eine Decke, zusammen mit dem Schlafsack, genügt dies vollkommen um unter dem Himmelszelt zu schlafen. Aber bevor wir uns auf den Rücken legen, um den so einmaligen Himmel zu betrachten, gibt es Abendessen und je nach unserem Grad von Müdigkeit, einen Abend mit improvisiertem Orchester indem die Wasserkanister als Tam-Tam hinhalten. Wir können an ihren Gesängen und Tänzen teilnehmen, den Rythmus mitklatschen oder uns einfach mitreissen lassen. Und auch lachen mit ihren Spässen. Im Kreis um das Feuer sitzend gesellig sein. Müde geworden, bereitet uns Idir in den Dünen oder auf der Krete einer Düne gerne ein Bett und wir schlafen wie sie. Es ist der Sonnenaufgang der uns am Morgen weckt und Ahmed serviert uns das Frühstück, einfach wie alles. Allerdings mit Kaffee - seit ich eine italienische "Kaffeemaschine" mitegebracht habe. Wir können einen kleinen Kessel mit Wasser verlangen um uns zu waschen oder auch die Erfahrung machen uns nicht zu waschen oder mit Sand abzureiben. Unsere Begleiter holen die Dromedare und der Aufbruch beginnt. Wir immer werden unsere Lastenträger beladen und es kommt die bekannte Frage: "Wer geht, wer sitzt auf?" und los geht es für einen weiteren Tag - Meditation - Träume - Freude an der magischen Umgebung. Die Stille, die reine Energie. Unsere Sinne sind geschärft, wir sind mehr sensibel auf die Elemente, welche um uns sind durch die Sonne, den Wind, die Erde und das Wasser, welches uns zwischendurch erfrischt. Vielleicht kommen wir an einem Nomadenzelt vorbei oder kreuzen einen von ihnen - ansonst gibt es nur uns - irgendwo verloren und doch nicht in dieser unwahrscheinlichen Umgebung, der Magie des Ortes!

 

 

 

 

 

 

Bevor wie einschlafen in diesem Hotel der Millionen Sterne, können wir diesen einmaligen Himmel beobachten, mit seiner Milchstrasse und schnell einen Wunsch tun beim Fallen einer Sternschnuppe. Falls es Vollmond ist, ist es dermassen hell dass man die Zeitung lesen kann - und man wünscht sich manchmal "diese Lampe" auszuschalten.

Je länger wir marschieren, je mehr Tag und Nacht vergehen, desto mehr fühlen wir uns ruig, zufrieden, fühlen uns selbst. Wir stellen fest wie wenig wir wirklich brauchen zum Leben und doch alles haben was nötig ist. Wir fühlen uns freier, die Gedanken sind gut "durchlüftet" und laufen weniger schnell. Einige werden sich ihrer Art zu sein und zu leben bewusst, an was sie sich eigentlich festhalten, zu sehr angebunden sind, bis zu welchem Punkt ihre Sorgen ein nicht notwendiges Gewicht sind, kurz, man kann plötzlich seine Gelassenheit spüren, eine gute Entspannung findet sich ein, der Frieden kann sich im Herzen ausbreiten.

Am Ende dieses ungewöhnlichen Abenteuers der Wüste, kommen wir in der Nähe von M'Hamid an und wir warten auf das moderne Dromedar: den 4x4, welches uns, teilweise durch die Berge und auch noch sehr schöne Landschaften, nachTinfou zurück bringt, in die Oasis.

 
Es folgen noch die vorgesehenen Besuche der Bibliothek von Tamegroute, ein heiliger Ort, und die Kasbah in Amzerou, zu Gast bei Mustapha.

 

die weibliche Blüte der Datteln

die den befruchtenden "Puder" enthält

und dieser in die männliche Dattelblume gestäubt werden muss